Aktuelle Meldungen aus dem Unterbezirk

Heike Hofmann: Erfolgreiche Fachkonferenz mit vielen Anstößen zur Verbesserung des Opferschutzes in Hessen

SPD Hessen - 09.02. 2018

Die SPD-Landtagsfraktion konnte am vergangenen Mittwoch zahlreiche Gäste zu ihrer Diskussions- und Fachveranstaltung „Jeder kann Opfer werden“ begrüßen, auf der über Impulse und Verbesserungsmöglichkeiten zum Thema Opferschutz in Hessen zu diskutiert wurde. Nach einem Impulsreferat von Seiten des hessischen Generalstaatsanwaltes, Prof. Dr. Fünfsinn zum Status Quo und Herausforderungen im Bereich des Opferschutzes, fand eine Diskussionsrunde statt, an der auch der Landesvorsitzende des Weißen Rings, Dr. Patrick Liesching ,sowie die Opferanwältin Barbara Sauer-Kopic teilnahmen. Zu Gast waren zudem zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus den unterschiedlichsten Fachverbänden und Institutionen wie beispielsweise Berufsbetreuer, die Justizgewerkschaft, Schiedsmänner, Frauenhäusern sowie Vertreterinnen und Vertreter aus den Opferhilfevereinen,  die im Bereich Opferschutz in Hessen unersetzliche Arbeit leisten.

„Wir als SPD danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung für den Input und die Wortbeiträge, die uns verdeutlicht haben, dass es im Bereich des Opferschutzes eine Vielzahl von Anknüpfungspunkte gibt, um die Situation für die Betroffenen zu verbessern“, sagte die justizpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Heike Hofmann.

Diskutiert wurde unter anderem die Fragestellung, warum sich nur 5 Prozent der Opfer in Hessen beraten ließen und warum die Opferschutzrechte offenkundig nicht ausreichend bekannt seien. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Frage, ob der Opferschutz in der Justizausbildung eine größere Rolle spielen müsse, um im späteren Umgang mit Opfern ausreichend sensibilisiert zu sein. Aber auch die SPD-Idee eines Opferhilfefonds, der den Geschädigten schnell und unbürokratisch Hilfe leisten könnte und damit das Opferentschädigungsgesetz sinnvoll ergänze wurde positiv aufgenommen.

„Dramatisch ist aus unserer Sicht vor allem die völlige Überlastung der Hessischen Justiz, die durch einen aktuellen Fall der Opferanwältin Frau Sauer-Kopic noch einmal deutlich geworden ist. Langwierige Verfahren, die in Hessen Normalfall sind, sind insbesondere für Opfer von Sexual- oder Kapitaldelikten eine schwere Belastung. Das zeigt: Auch eine gut funktionierende Justiz bedeutet Opferschutz“, so Hofmann.

Die SPD werde die Ergebnisse der Veranstaltung nun auswerten, um daraus Initiativen für Hessen zu entwickeln. „Unser Ziel bleibt: Wir wollen den Opferschutz in Hessen im Sinne der Betroffen verbessern. Die Veranstaltung hat an dieser Stelle viele Impulse geliefert. Wir wissen: Hier gibt es noch einiges zu tun“, so Hofmann abschließend.

Norbert Schmitt: Der größte Schuldenmacher Hessens feiert sich für einprozentigen Schuldenabbau

SPD Hessen - 09.02. 2018

Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) hat heute den vorläufigen Haushaltsabschluss für das Jahr 2017 vorgelegt. Der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Norbert Schmitt, sagte dazu:

„Vermutlich ist es der Faschingszeit geschuldet, dass sich ausgerechnet die CDU, also die größte Schuldenmacherin in der Geschichte Hessens, die seit ihrer Regierungsübernahme im Jahre 1999  die Schulden unseres Landes um mehr als 22 Milliarden Euro erhöht hat, nun für den Abbau dieser Schulden um weniger als ein Prozent feiern lassen will. Guter Witz, Herr Finanzminister. Wir rufen den Narren ein kräftiges Helau zu.“

Schmitt stellte fest, dass Hessen mit über einer Milliarde Euro Mehreinnahmen vor allem von der guten Arbeit der sozialdemokratisch geführten Wirtschafts- und Arbeitsministerien auf Bundesebene und von den niedrigen Zinsen profitiere. „Das Glück ist ein Rindvieh und keine eierlegende Wollmilchsau“, sagte Schmitt in Anspielung auf die Selbstbeschreibung des Finanzministers, der sich in einem Eigenwerbevideo als eierlegende Wollmilchsau bezeichnet hatte.

Schmitt kritisierte, dass von den Mehreinnahmen 211 Millionen Euro in die allgemeine Rücklage fließen sollten. Dies sei angesichts der viel zu geringen Investitionen für den Wohnungsbau, den Straßenbau und den ÖPNV die völlig falsche Entscheidung. Schmitt sagte: „Wir brauchen angesichts des katastrophalen Zustandes unserer Straßen und im Personennahverkehr dort einen kräftigen Investitionsschub. Anstatt 211 Millionen Euro auf Eis zu legen, wäre es nötig, diese Mittel jetzt so einzusetzen, wie es die SPD mit ihren Haushaltsanträgen zum Doppelhaushalt beantragt hat.“

Elke Barth: Ein großer Wurf sieht anders aus – Nachbesserungen notwendig

SPD Hessen - 09.02. 2018

Im Zuge der gestrigen Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Hessischen Landtags zur Anhörung der Novellierung der  Hessischen Bauordnung hat die zuständige Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Elke Barth, Nachbesserungen angemahnt.

Barth sagte dazu am Freitag in Wiesbaden: „Minister Al-Wazir hatte maßgebliche Verbesserungen mit der Novelle der Hessischen Bauordnung angekündigt, damit Bauen einfacher, schneller und günstiger werde. Diese Ankündigung ist aber in Ansätzen steckengeblieben, ein großer Wurf sieht anders aus.  Schon bei der Einbringung des Gesetzesentwurfes im Dezember hatte die SPD verschiedene Punkte kritisiert, wie zum Beispiel die lange Liste von Gebäuden, die als Sonderbauten behandelt werden, fehlende Verbesserungen bei den Genehmigungsfristen für Bauanträge sowie die ausufernde Neufassung der Stellplatzregelungen. Nach der Anhörung sehen wir uns in vielen Punkten  in unserer Kritik von den anwesenden Fachleuten bestätigt. Wir fordern daher den Minister auf, hier nachzubessern und die Kritik der Experten zu berücksichtigen.“

So sei zum Beispiel auch der Verband der Hessischen Unternehmer (VHU) der Meinung, dass sich die Kategorie Sonderbauen tatsächlich nur auf „besondere Bauten“ beschränken sollte, die so außergewöhnlich seien, dass standardisierte Regelungen nicht greifen.

Die Neuaufnahme selbst kleinerer Tageseinrichtungen für Kinder in die Liste der Sonderbauten sei gerade in Anbetracht des gestiegenen Bedarfs an Betreuungsplätzen mehr als  kontraproduktiv, da sie das Bauen verteuern und verlängere. Außerdem bestünden keine Schwierigkeiten mit der bisherigen Regelung, wie die Anzuhörenden bestätigten.

„Für Sonderbauten gibt es aktuell keine Genehmigungsfristen für die Antragsbearbeitung in den Behörden, ein weiterer Punkt den wir moniert haben, genauso wenig wie strengere Fristen für die Bearbeitung von Bauanträgen mit der normalen Drei-Monats-Frist, die regelmäßig ausgehebelt werden, indem kurz vor Fristablauf noch weitere Unterlagen angefordert werden. Wir halten zudem die detaillierte Neufassung der Regelungen für Stellplätze weder für zeitgemäß noch notwendig. Starre Stellplatzsatzungen werden dem modernen Mobilitätsverhalten der Menschen in den Städten mit stärkerer Nutzung des ÖPNV, der Nutzung von Carsharing und E-Bikes in keiner Weise mehr gerecht“, sagte Barth.

Aus Sicht der SPD-Politikerin fehlten Erleichterungen für das sogenannte „serielle Bauen“. Die Arbeitsgemeinschaft der Wohnungs- und Immobilienverbände Hessens (AWI Hessen) beispielsweise fordere die  Erteilung von Typengenehmigungen, so dass bei der Bauweise mit seriellen Modulen keine Einzelgenehmigungen mehr erforderlich würden, um schneller bauen zu können.

„Das Bauen in Holzbauweise wird kaum gefördert, da es nach dem Gesetzentwurf nur mit Sondergenehmigungen für bestimmte Gebäudeklassen möglich ist – obwohl Schwarzgrün sogar im Koalitionsvertrag hierzu Verbesserungen vereinbart hatte. Dies betrifft zum Beispiel Dachaufstockungen in Holzbauweise“, so Barth.

Sehr deutliche Kritik sei von den Behindertenverbänden gekommen, die in der Baunovelle herbe Rückschritte sowohl im Bereich des Wohnungsbaus als auch im Zugang zu öffentlichen Räumen feststellten.

„Das Ziel, das die Koalition mit der Neufassung der Hessischen Bauordnung verknüpft hat, nämlich Bauen einfacher, schneller und günstiger zu machen, konnte nur in wenigen Punkten erreicht werden“, urteilte die SPD-Abgeordnete.

 

 

Nancy Faeser: Parlamentarische Kontrolle muss zwingend gestärkt werde – Keine Onlinedurchsuchung durch Verfassungsschutz

SPD Hessen - 08.02. 2018

Der Innenausschuss des Hessischen Landtags hat heute Experten zu dem Entwurf von CDU und Grünen für ein neues Verfassungsschutzgesetz angehört. In der Anhörung heute im Landtag attestierten die Sachverständigen der schwarzgrünen Koalition, dass ihr Gesetzentwurf gravierende Mängel aufweise und gleich an mehreren Stellen verfassungswidrig sei. Die innenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Nancy Faeser sah sich durch die Experten in ihrer Ablehnung des Regierungsentwurfs bestätigt, der dem hessischen Verfassungsschutz völlig unangemessene, weitreichende Eingriffe in die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger gestatte und eine wirkungsvolle parlamentarische Kontrolle des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV) verhindere. Faeser kündigte an, dass ihre Fraktion eine Reihe von Änderungsvorschlägen vorlegen werde.

Faeser sagte am Donnerstag nach der Anhörung: „Wir brauchen für den geheim arbeitenden Verfassungsschutz in Hessen eine wirksame parlamentarische Kontrolle. Die Anhörung hat gezeigt, dass der Entwurf keine Verbesserung bringt, im Gegenteil: Während die Regierungsparteien die Befugnisse des Verfassungsschutzes deutlich ausweiten wollten, beschränken sie zugleich die Kontrollmöglichkeiten für das Parlament“, kritisierte Faeser. Insbesondere bei einer verdeckt arbeitenden Einrichtung wie dem LfV müssten die gewählten Abgeordneten in die Lage versetzt werden, die Maßnahmen zu überprüfen. „Gerade der hessische Verfassungsschutz hat in der Vergangenheit genug Belege dafür geliefert, dass mehr Kontrolle dringend erforderlich ist“, sagte Nancy Faeser. „Aber CDU und Grüne haben sich dafür entschieden, die entsprechenden Empfehlungen von Experten vollständig zu ignorieren. Stattdessen vermittelt der Gesetzentwurf den Eindruck, dass der Verfassungsschutz vor dem Parlament geschützt werden soll: Wenn es nach Schwarzgrün geht, sollen die Regierungsparteien mit ihrer Landtagsmehrheit alleine entscheiden, wie viele Mitglieder die Parlamentarische Kontrollkommission für den Verfassungsschutz (PKV) hat und wer ihr überhaupt angehören darf. Die PKV-Mitglieder haben keinen Zutritt zu den Büros des Verfassungsschutzes, außer wenn sie nach Anmeldung Akten einsehen wollen. Sie dürfen Mitarbeiter des LfV nicht befragen und die Mitarbeiter dürfen sich mit Beschwerden nicht an die PKV wenden. Die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abgeordneten können nach Belieben der Regierungsmehrheit abgelehnt werden und haben keinen Zutritt zu Sitzungen. So wird eine funktionierende Kontrolle des Verfassungsschutzes durch das Parlament nahezu unmöglich“, bemängelte Faeser.

Die Regelungen zur Onlinedurchsuchung seien verfassungswidrig, sagte die SPD-Innenexpertin. Es erschließe sich auch nicht, warum der Verfassungsschutz überhaupt ein solch weitreichendes Eingriffsmittel erhalten solle. Faeser sagte: „Der Verfassungsschutz soll Gefahren erkennen, bevor sie akut werden. Wenn eine konkrete Gefahr besteht, dann ist es Aufgabe der Polizei diese Gefahr abzuwehren. Deshalb wollen wir auf die Onlinedurchsuchung verzichten. Auch sind sich die Experten einig, dass die rechtlichen Vorgaben zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung praktisch nicht eingehalten werden können, weil das technisch überhaupt nicht möglich ist“, stellt Faeser klar.

In der Anhörung bestätigten die geladenen Rechtsexperten auch die Kritik der SPD an den geplanten Regelungen zum Einsatz so genannter „Vertrauensleute“ (V-Leute) beim Verfassungsschutz. Nancy Faeser sagte dazu: „Es gab große Einigkeit darüber, dass V-Leute nur innerhalb von klaren Grenzen eingesetzt werden dürfen. Und es muss sehr genau festgelegt werden, wer überhaupt als V-Person in Frage kommt.“

Für Bürgerinnen und Bürgern, die wissen wollen, ob sie vom LfV beobachtet wurden und welche Daten über sie gespeichert werden, stelle der schwarzgrüne Gesetzentwurf nahezu unüberwindbare Hürden auf, so Nancy Faeser: „Es kann nicht sein, dass die Auskunftsrechte derart beschränkt werden und zunächst ein besonderes Interesse an der Auskunft dargelegt werden muss. Das Auskunftsrecht ist wesentliche Grundlage für die Betroffenen, um ihre Grundrechte wahrzunehmen, und muss deshalb uneingeschränkt gewährt werden.“

Sie bemängelte auch, dass die Regierungsparteien daran festhielten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Projekten zur Extremismusprävention einer Zuverlässigkeitsüberprüfung durch das LfV zu unterziehen. Der Innenminister hatte etwas anderes zugesagt. Solche anlasslosen Überprüfungen stellten die entsprechenden Projekte unter Generalverdacht und müssten auf Einzelfälle beschränkt werden, in denen es seriöse Hinweise auf verfassungsfeindliche Tendenzen gebe, forderte Faeser.

Norbert Schmitt: Bürgerinnen und Bürger müssen Zeche für schwarzgrüne Kommunalfeindlichkeit zahlen

SPD Hessen - 08.02. 2018

Die Deutsche Presse-Agentur berichtet heute über die Erhöhung von kommunalen Steuern von Seiten verschiedener Städte und Kommunen in Hessen. Der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Norbert Schmitt, bezeichnete die Steuererhöhungen als „unmittelbare Folge der Kommunalfeindlichkeit der schwarzgrünen Landesregierung.

 

Schmitt sagte dazu am Donnerstag in Wiesbaden: „Die Verantwortlichen vor Ort in den Städten und Gemeinden sehen sich zu diesen Steuererhöhungen gezwungen, da die finanziellen Zuwendungen von Seiten des Landes nicht auskömmlich ist. Dabei muss man sich immer vor Augen führen, dass wir uns in einer Phase befinden, in der die Steuereinnahmen immer höhere Rekorde verzeichnen. Man mag gar nicht daran denken was passiert, wenn es einen Einbruch bei diesen Einnahmen gibt. Diejenigen Kommunen, die sich unter dem sogenannten Rettungsschirm des Landes befinden, werden mit der Pistole auf der Brust gezwungen Steuern in einem Maße zu erhöhen, das nicht mehr vertretbar ist. Sie müssen dann vor Ort den Kopf für Entscheidungen und Anweisungen hinhalten, die aus Wiesbaden kommen. Dagegen stellen sich Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung in Sonntagsreden hin und zeichnen ein Bild der Lage der Kommunen, das mit der Realität vor Ort wenig zu tun hat.“

 

Schmitt warf der Landesregierung vor, dass diese immer und immer wieder wider besseres Wissens behaupte, dass die Kassen der Kommunen durch den kommunalen Finanzausgleich so gut wie seit langem nicht mehr gefüllt seien. „Die Behauptung der Verantwortlichen von CDU und Grünen ist dreist. Die hessischen Kommunen bekommen mehr und mehr Aufgaben übertragen, nicht zuletzt die vermeintliche Freistellung der Eltern von den Kita-Gebühren, werden aber durch die Landesregierung nicht entsprechend für diese Aufgaben entschädigt und sind gezwungen, die Kostenspirale weiter in die Höhe zu schrauben. Dies entspricht der Wahrheit und nicht die Märchen, mit denen CDU und Grüne durch das Land ziehen“, sagte der SPD-Finanzexperte. Schmitt verweis auch auf den enormen Schuldenberg hin, den die Gemeinden, Städte und Landkreise durch jahrelange Unterfinanzierung vorzuweisen hätten.

 

Die Menschen in Hessen würden bei der Landtagswahl auch über die Frage abstimmen, ob sie wieder eine Landesregierung haben wollten, die sich als echter Partnerin der Kommunen präsentiere. „Wir werden das Verhältnis mit den Kommunen wieder auf eine solide Grundlage stellen und gemeinsam dafür Sorge tragen, dass die Menschen vor Ort entlastet werden“, sagte Schmitt.

 

Thorsten Schäfer-Gümbel: „Das waren harte Verhandlungen, aber das Ergebnis ist richtig gut.“

SPD Hessen - 07.02. 2018

Die SPD und CDU/CSU haben sich  auf einen Koalitionsvertrag über die Bildung einer Bundesregierung geeinigt. In einer ersten Stellungnahme sagte der Vorsitzende der HessenSPD und stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei, Thorsten Schäfer-Gümbel: „Das waren harte Verhandlungen, aber das Ergebnis ist richtig gut. Bei Wohnen, Bildung, der ungerechtfertigten Befristung von Arbeitsverträgen, Rente und Familie sowie Europa haben wir viel bewegen können. Jetzt hat die Basis der SPD das Wort und ich werbe entschieden für ein Ja in diesem Mitgliedervotum.“

Tobias Eckert: Jubel-Meldungen vom Stauminister – Tarek Al-Wazir zwischen Wunsch und Wirklichkeit

SPD Hessen - 06.02. 2018

Heute hat der Verkehrsdatenanbieter Inrix eine Untersuchung zur Stausituation in Deutschland veröffentlicht. Danach ist die durchschnittliche Zahl der Lebensstunden, die Autofahrerinnen und Autofahrer in Frankfurt/Main alljährlich im Stau verlieren, leicht gesunken – von 38 auf 36 Stunden. Die vorhersehbare Reaktion von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) möchte die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag nicht unkommentiert lassen.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Tobias Eckert,  stellte zu den Inrix-Daten und der darauf folgenden Jubel-Meldung des grünen Ministers fest: „Schön, dass sich Herr Al-Wazir trotz seiner insgesamt katastrophalen Bilanz als Verkehrsminister auch über kleine Erfolge freuen kann. Schade, dass er sich wieder einmal für die Erfolge anderer lobt. Denn mit der Steuerung des innerstädtischen Verkehrs in Frankfurt haben er und sein Ministerium wenig bis nichts zu tun – wahrscheinlich sind die Stauzeiten genau deshalb etwas kürzer geworden. Der Dank muss daher den Verantwortlichen in der Frankfurter Stadtverwaltung gelten, nicht dem Minister.“

Statt ständig ministerielles Selbstlob unters Volk bringen zu lassen, könnte sich Tarek Al-Wazir zur Abwechslung einmal mit wirklich innovativen Konzepten für die Mobilität der Zukunft beschäftigen, so Tobias Eckert, der feststellte: „Die Fachleute dazu hätte er – aber wo ein Minister keine Idee, kein Konzept und keinen Mut hat, helfen auch die besten Experten nicht weiter. Tatsache ist und bleibt: Die Menschen haben in Hessen im vergangenen Jahr mehr als 126.000 Kilometer weit oder 38.000 Stunden lang im Stau gestanden. Diese Zahlen hat der ADAC gerade erst veröffentlicht. Und der zuständige Stauminister hat sie mit gutem Grund nicht dementiert. Denn sein Nichtstun hat die Lage auf den Straßen in unserem Land weiter verschärft, nachdem schon seine Amtsvorgänger seit 1999 alles dafür getan haben, das Straßennetz in Hessen kaputtzusparen. Tarek Al-Wazirs Glaubenssatz ‚Sanierung vor Neubau‘ führt dazu, dass es keine zukunftsorientierte Planung für das Straßennetz in Hessen gibt. Das spüren alle Autofahrerinnen und Autofahrer schon jetzt auf schmerzliche Weise im täglichen Al-Wazir-Stau. Und sie haben nicht einmal eine Alternative bei Bahnen und Bussen – denn die sind ebenfalls übervoll und überaus anfällig für Verspätungen, weil der Öffentliche Nahverkehr in Hessen seit der Regierungsübernahme der CDU nur noch auf Verschleiß gefahren wurde. Für Jubel-Meldungen aus dem Hause Al-Wazir gibt es deswegen überhaupt keinen Anlass“, so Tobias Eckert.

Günter Rudolph: Kommunen müssen bei der Schaffung von Wohnungen unterstützt werden – Fraktion tagt in Frankfurt/Main

SPD Hessen - 06.02. 2018

Die SPD-Landtagsfraktion hat heute statt im Hessischen Landtag in Wiesbaden im Rathaus von Frankfurt am Main getagt. Zu Gast bei der Fraktionssitzung war der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, mit dem die Landtagsabgeordneten erörterten, welche Unterstützung die hessischen Städte vom Land benötigen, um die drängende Wohnungsnot in den Ballungsgebieten zu lindern, die Schulen zu stärken und die Mobilität der Menschen sicherzustellen.

Nach der Sitzung sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Günter Rudolph: „Der Oberbürgermeister hat mit vielen Beispielen aus der Praxis belegt, dass der freie Markt beim Thema Wohnen derzeit nicht funktioniert. Es war ein Fehler, dass sich das Land in den vergangenen 20 Jahren fast vollständig aus dem Wohnungsbau herausgehalten hat. Hier in Frankfurt ist es für Normalverdiener nahezu unmöglich geworden, eine bezahlbare Wohnung zu finden – von denen, die sich eher am unteren Ende der Einkommensskala bewegen, gar nicht zu sprechen.“

Wenn in Großstädten wie Frankfurt auch künftig eine attraktive Vielfalt herrschen solle, dann müssten der Bund und das Land massiv in den Bau von günstigen Wohnungen investieren, so Günter Rudolph. Andernfalls werde die Mittelschicht weiter aus den Städten verdrängt. Er sagte: „Diejenigen, die jetzt gezwungen werden, in günstigere Wohnungen im Umland zu ziehen, sind diejenigen, die jeden Morgen und jeden Abend im Stau stehen, weil sie zur Arbeit in die Stadt müssen. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum und der alltägliche Verkehrskollaps auf den Straßen und in Bussen und Bahnen hängen unmittelbar zusammen. Dafür müssen wir gemeinsam eine Lösung finden – und zwar schnell.“

Rudolph begrüßte die Maßnahmen, die von der Stadt Frankfurt bereits ergriffen worden seien, insbesondere den Mietpreisstopp für städtische Wohnungen. Auf Initiative des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann wird die Wohnbaugesellschaft der Stadt die Mieten für ihre Wohnungen im Zeitraum von 2016 bis 2021 jährlich nur um ein Prozent erhöhen. Darüber hinaus verlangt die Stadt bei allen neuen Wohnbauprojekten einen Anteil geförderter Wohnungen von wenigstens 30 Prozent, bei der städtischen Gesellschaft ABG sind es sogar 40 Prozent.

„Frankfurt braucht von der Seite des Landes deutlich mehr Unterstützung in der Wohnungspolitik. Konkret bedeutet dies: Die Wohnungsbaugesellschaften NH und GWH müssen in Frankfurt erheblich mehr in den geförderten Wohnungsbau investieren. Darüber hinaus brauchen wir den bei der städtischen ABG eingeführten Mietpreisstopp auch bei der Nassauischen Heimstätte und bei der GWH Wohnungsgesellschaft“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann im Austausch mit der SPD-Landtagsfraktion und listete weitere Punkte auf, die Frankfurt brauche, um den Herausforderungen der wachsenden Stadt gerecht zu werden: „Erstens existiert kein Landesgesetz, das den Erlass einer Zweckentfremdungssatzung zulässt. Insbesondere bei innerstädtischen Umwandlungen von Wohn- in Büroraum sowie Leerständen ist ein solches Instrument unabdingbar. Zweitens muss die Rückwirkungsfrist zum Schutz von Mieterinnen und Mietern bei Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen auf zehn Jahre verlängert werden. Drittens sollte die von zehn auf fünf Jahre verkürzte Frist der Nachwirkung vorzeitig abgelöster Darlehen im sozialen Wohnungsbau wieder auf zehn Jahre verlängert werden. In einer Nullzinsphase sind die Auswirkungen verheerend.“

„Wir brauchen in Frankfurt eine Landeregierung, die uns den Rücken stärkt und uns nicht in den Rücken fällt“, so Feldmann.

 

Wolfgang Decker: Der Streik hat sich gelohnt – Beschäftigte profitieren von gutem Tarifabschluss

SPD Hessen - 06.02. 2018

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Wolfgang Decker, hat die Einigung im Tarifkonflikt in der Metall-Branche begrüßt.

Decker sagte dazu am Dienstag in Wiesbaden: „Der Streik und die hartnäckigen Verhandlung der IG Metall haben sich gelohnt. Der Tarifabschluss kann sich wirklich sehen lassen, denn neben mehr Geld im Portemonnaie der Beschäftigten, stellt er auch wichtige Weichen bei Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Das Besondere daran ist, dass diesmal auch die Arbeitnehmerseite selbstbestimmt an ihrer Arbeitszeitgestaltung mitwirken kann. Das ist eine zukunftsweisende Entscheidung, die wir uns auch für andere Branchen wünschen würden. Die vereinbarte Lohnsteigerung von 4,3 Prozent sowie die tariflichen Zusatzleistungen sind angesichts der anhalten guten Wirtschaftslage angemessen und absolut berechtigt.“

Schließlich hätten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung. Mit der Möglichkeit, künftig für zwei Jahre die Arbeitszeit auf bis zu 28 Wochenstunden verringern zu können, habe man einen wichtigen Schritt hin zu besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf erreicht. Daneben eröffne sich auch insbesondere für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Möglichkeit, sich besser von der schweren Schichtarbeit regenerieren zu können oder am Ende der beruflichen Laufbahn auch mal kürzer zu treten.

„Das alles ist also mehr als nur ein Tarifabschluss und zugleich eine gesellschaftspolitische Weichenstellung. Es hat sich gezeigt, wie wichtig Tarifbindung und gute Tarifverträge sowie eine starke Mitbestimmung für die Beschäftigten sind. Sie sind und bleiben ein zentraler Eckfeiler einer sozialen Marktwirtschaft, für die sich die SPD-Fraktion auch künftig mit aller Kraft einsetzen wird. Wir gehen davon, dass der Tarifabschluss auch auf die anderen Bezirke übertragen wird“, so Decker.

Dr. Daniela Sommer: Schwarzgrüne Landesregierung vernachlässigt Verstetigung Früher Hilfen

SPD Hessen - 05.02. 2018

Die stellvertretende Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Daniela Sommer, hat der schwarzgrünen Landesregierung vorgeworfen, die Verstetigung der sogenannten Frühen Hilfen insbesondere in Bezug auf die notwendigen  Ehrenamtsstrukturen zu vernachlässigen.

Sommer sagte dazu am Montag: „Auf meine Kleine Anfrage habe ich – wie in vielen anderen Fällen auch – nur sehr vage Antworten erhalten. Die Antworten helfen weder den Betroffenen, noch den Akteuren in diesem so wichtigen Bereich der Hilfen von Anfang an. Dabei sind Frühe Hilfen als lokale und regionale Unterstützungssysteme mit ihren koordinierten Hilfsangeboten für Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren extrem wichtig, um Beziehungs-, Erziehungskompetenz sowie die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern zu fördern und nachhaltig zu verbessern.“

Die Bundesinitiative Frühe Hilfen umfasse vielfältige, einander ergänzende Angebote und Maßnahmen. Im Mittelpunkt stünden dabei die Gesundheitsförderung,aber auch Hilfestellungen in Problemlagen. So trage das Programm dazu bei, dass Risiken für das Wohl und die Entwicklung des Kindes zeitig wahrgenommen und reduziert werden können. Der größte Teil der Bundes- und der ergänzenden Landesmittel fließe in den Aufbau und die Aufrechterhaltung der Netzwerke Frühe Hilfen.

„Leider bleibt die Qualifizierung von Familienhebammen sowie von Fachkräften der Frühen Hilfen fast unberücksichtigt und auch die Förderung der Ehrenamtsstrukturen steht nicht im Fokus“, bemängelte Sommer. Damit gerate der Erfolg des Programms erheblich in Gefahr.

Nach Informationen von Sommer habe das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in einer Veranstaltung im November in Wiesbaden konstatiert, dass bei der weiteren Ausrichtung der Frühen Hilfen nun auch die Ehrenamtsstrukturen besser in den Blick genommen werden sollten. „Insbesondere die Ehrenamtsprojekte sind ein wichtiger Bestandteil. 52 davon wurden aus dem Landesprogramm und vom Bund gefördert. Leider ist die Landesregierung der Bitte, diese aufzulisten, Ergebnisse und Träger zu nennen, nicht nachgekommen. Dabei wäre hier Transparenz notwendig, um zu erkennen, wer gefördert wird und wer nicht. Die bisher aus Landesmitteln geförderten Projekte haben große Schwierigkeiten, die Finanzierung auf Dauer sicherzustellen“, sagte Sommer.

Die SPD-Fachfrau forderte die Landesregierung auf, die Ehrenamtsstrukturen besser in den Blick zu nehmen. „Für eine nachhaltige Unterstützung von Ehrenamtsstrukturen in den Frühen Hilfen sind in Hessen noch „dicke Bretter“ zu bohren. Die Verstetigung Früher Hilfen auf allen Ebenen trägt aber maßgeblich zum gesunden Aufwachsen von Kindern bei, sichert deren Rechte auf Schutz, Förderung und Teilhabe und ist daher so sehr wichtig“, so die stellvertretende Vorsitzende abschließend.

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